Entwicklung

Die ersten Schritte / 50er bis 70er

Die Geschichte des Internets beginnt in den späten 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Das US-amerikanische Militär gibt den Auftrag ein Kommunikationsnetzwerk zu entwickeln, das auch im Falle eines Atomkrieges weiter funktionierte. Vorgabe ist, dass auch beim Ausfall einzelner Netzknoten eine Kommunikation der verbleibenden Knoten möglich ist. Gleichzeitig soll die Problematik der knappen Rechenkapazitäten durch die Vernetzung von vielen Computern gelöst werden. So entsteht nach intensiven Forschungen das ARPANET, benannt nach der Advanced Research Project Agency (ARPA), einer Abteilung des amerikanischen Verteidigungsministeriums.Nach und nach werden auch die verschiedensten Universitäten und Forschungseinrichtungen in das Netzwerk eingebunden und das ARPANET entwickelte sich langsam von einer militärischen zu einer zivilen Anwendung. Zu Beginn der 70er erlebt das ARPANET einen ersten Boom durch die Entwicklung eines Programmes zum Senden und Empfangen von E-Mails. Ebenso wird als Übertragungsprotokoll das heute immer noch gültige, wenn auch in adaptierter und weiterentwickelter Form, TCP (Transmission Control Protocol) entwickelt und kurz darauf implementiert.

1957: Auftrag von US-Militär Kommunikationsnetzwerk zu entwickeln
1969: Vernetzung mehrerer amerikanischer Forschungseinrichtungen zum ARPANET
1971/1972: Versendung erster E-Mail über das ARPANET sowie Entwicklung des ersten Mail-Programms
1973: TCP/IP Übertragungs-Protokoll Entwicklung
1975: Microsoft wird von Bill Gates und Paul Allen gegründet
1976: Apple wird von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet
 

PC als neues Kommunikationsmittel / 80er bis 90er

Zu Beginn der 80er Jahre bringt IBM den ersten Personal Computer auf den Markt, welcher für den Heimgebrauch gedacht ist. Mitte der 1980er Jahre wird das inzwischen gewachsene Netzwerk in das MILNET für militärische Zwecke und das ARPANET für zivile Nutzung getrennt. 1990 beschliesst die amerikanische National Science Foundation das ARPANET für kommerzielle Zwecke freizugeben. Damit ist der Zugang nicht mehr nur auf Universitäten und Forschungseinrichtungen beschränkt, sondern praktisch für alle möglich. Zu Beginn der 90er Jahre werden am CERN die Grundlagen für das heute so gängige World Wide Web (WWW) entwickelt. Der Entwurf für das World Wide Web (WWW) von Tim Berners-Lee enthält drei Kernpunkte:

  • Entwicklung der Webformatierungssprache "Hypertext Markup Language" (HTML)
  • Entwicklung "Hypertext Transfer Protocol" (HTTP), welches die Kommunikation zwischen den Computern festlegt
  • Entwicklung des "Universal Resource Identifier" (URI), welcher das Schema der Dokumentenadressen festlegt

>> Tim Berners-Lee on the next web (TED Talk)

Aber erst mit der Programmierung des ersten grafischen Webbrowsers zu Beginn der 90er gelingt dem WWW der Durchbruch. Damit ist es erstmals auch Amateuren auf einfache und verständliche Weise möglich, die Funktionen des Internets zu nutzen. Der damit verbundene sprunghafte Anstieg an privaten Nutzern führt zu einer immer grösser werdenden Kommerzialisierung des World Wide Web. Tim Berners-Lee gründet am Massachusetts Institute of Technology das World Wide Web Consortium (W3C), welches bis heute die technischen Entwicklungen des Webs standardisiert.

1981: IBM stellt den ersten PC vor / 213 Rechner sind im ARPANET
1983: ARPANET für rein zivile Nutzung freigegeben / Das Netzwerkprotokoll TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protocol) wird zum Standard / Programmierung des ersten Computerviruses
1985: 2000 Rechner sind online
1989: Tim Berners-Lee entwickelt am CERN in Genf die technischen Standards des World Wide Web / erste Webseite info.cern.ch
1990: Freigebung des ARPANETs für kommerzielle Zwecke / 313 000 Rechner sind online
1991: erste Webcam im Einsatz - Trojan-Room-Kaffeemaschine
1993: Der erste grafikfähige Browser namens Mosaic öffnet das Internet auch für Laien; die Forschungseinrichtung CERN gibt die Nutzung des World Wide Web für die Öffentlichkeit frei
1994: Gründung des World Wide Web Consortiums (W3C) durch Tim Berners-Lee am Massachusetts Institute of Technology
Schweizer Fernsehen geht online
1995: 6,6 Millionen Rechner sind im Internet
1996: Publikation der 'Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace' von John Perry Barlow (Gegen Zensur im Internet)
1998: Larry Page und Sergej Brin gründen Google Inc. / Amazon geht online / 36,7 Millionen sind Rechner im Internet
1999: 43 Millionen Rechner sind im Internet

Mitmachweb 2.0 / ab 2000

Zu Beginn der 00er Jahre wird das neue Prinzip des Webs als Plattform erläutert. Moderne Technologien ermöglichen im World Wide Web eine spürbare Weiterentwicklung weg von der Einwegkommunikation sowie Information, hin zu mehr Austausch, Wissenstransfer und Dialog. Im sogenannten Web 2.0 sind Surfer/innen vermehrt bei der Inhaltserstellung (Content) auf Websites involviert, aus Konsumierenden werden Aktiv-Teilnehmende, auch Prosumers = ProduzentInnen, Konsumentinnen, genannt. Man verspricht sich davon eine Demokratisierung der Information und eine Vermehrung sowie Teilen des kollektiven Wissens. Gemeinsame Schaffung von Inhalten wird auch als Crowd Sourcing bezeichnet. Dabei wird die zu bewältigende Aufgabe auf die Arbeitskraft einer Masse freiwilliger und kostenlos arbeitender Anwendenden verlagert. In diesem Zusammenhang wird auch von der Nutzung der kollektiven Intelligenz (Wisdom of the Crowd) gesprochen. Beispiel hierfür ist die Onlineenzyklopädie Wikipedia als typische Web 2.0-Anwendung, die aus Beiträgen vieler, beliebiger, nicht zuvor geprüfter Internetnutzenden entsteht. Ebenso basieren Anwendungen sowie Portale mit Kunden-Bewertungssystemen, wie Amazon, oder Social Media-Plattformen, wie facebook, auf dem Web 2.0 Gedanken. Während ältere Browser Kontrollen über Standards zur Darstellung von Webinhalten anstrebten - der Webbrowser als ein Produkt - führte die neue Generation native Web-Anwendung ein, der Webbrowser als ein Service, dessen Nutzende direkt oder indirekt für die Inanspruchnahme bezahlen. Der Journalist Chris Anderson beschreibt dieses Phänomen als The Long Tail, sprich die kollektive Macht vieler kleiner Seiten, die den Hauptbestandteil des Webs bilden. Seitdem verändern neue Anwendungsgebiete und Techniken das Internet und ziehen gleichzeitig neue Nutzende an. Soziale Netzwerke, Onlinespiele, Blogs, File Sharing und Video on Demand sind nur einige Beispiele dafür, bilden aber für die Zukunft ebenfalls einen Teil der Geschichte des Internets.

2001: Gründung der "freien Enzyklopädie" Wikipedia / 110 Millionen Rechner sind im Internet<p>Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen</p>
2003: Gründung von Skype, einem Dienst für Internet-Telefonie / 172 Millionen Rechner sind online
2004: Facebook geht an den Start
2005: Tim O'Reilly prägt Begriff Web 2.0 / Gründung von YouTube
2006: 395 Millionen Rechner sind online
2007: Apple bringt das erste iPhone heraus, mit dem das mobile Internet immer populärer wird
2009: wikileaks geht online / Wolfram|alpha (Rechenmaschine für Wissensabfragen) geht online / 625 Millionen Rechner sind online

Mobile & Apps / ab 2010

>> Handygeschichte

Das Internet ist nicht nur interaktiver geworden sondern auch mobiler. Inzwischen schauen etwa 80% der Internetnutzenden die Inhalte auf Mobilephones und nicht mehr auf Computern an. Ausserdem sind die Apps gegenüber klassischen Webseiten im Vormarsch. Auch wird der Begriff Internet of Things häufiger genannt und steht für Smartphones und Tablets, aber auch Gegenstände des Alltags, die mit eingebetteten Prozessoren, Sensoren und Netzwerktechnik ausgerüstet werden und so den Alltag des Menschen einfacher machen sollen.

2010: Foto Sharing Apps wie Pinterest und Instagram kommen auf den Markt
2012: 2.2 Milliarden aktive Internetnutzende weltweit (ca. 30% der Weltbevölkerung) / 634 Millionen registrierte Webseiten / 4.3 Milliarden registrierte E-Mail-Konten (Quelle: pingdom)
"Gangnam Style" ereicht als erstes YouTube-Video eine Billion views
2014: 3 Milliarden aktive Internetnutzende (ca. 40% der Weltbevölkerung)
2015: Apps für Android-Geräte etwa 1,43 Millionen / für Apples Mobilbetriebssystem iOS etwa 1,21 Millionen Apps. Die Zahl der iOS-Apps stieg damit im vergangenen Jahr um fast 60 Prozent, während sich die Auswahl im Play Store mehr als verdoppelte.
2016: Internet of Things im Vormarsch, Computer und Mobiles werden zunehmend von „intelligenten Gegenständen“ bis hin zu „KI“, künstlicher Intelligenz ergänzt.

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